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Die größten Fußballer landen bei den größten Vereinen, logisch. Ihre Herkunft und damit auch ihren „Heimatverband“ sowie ihre Nationalmannschaft können sich Spieler aber in den allermeisten Fällen nicht aussuchen. Das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen, wenn Spieler von Weltklasse-Format für eine vermeintlich kleine (Fußball-)Nation auflaufen und somit wohl nie an einer WM-Endrunde teilnehmen werden. Doch es gibt auch andere Gründe, warum hochdekorierte Spieler keinen WM-Einsatz bekamen. Die aus meiner Sicht fünf größten Fußballer, die nie bei einer Fußball-Weltmeisterschaft spielten, habe ich euch in meinem kleinen Ranking aufgelistet.

Platz 5: Éric Cantona

Die Legende von Manchester United trug Anfang und Mitte der 90er dazu bei, dass der Verein zu einem der größten des Weltfußballs wurde. Cantona holte vier Meistertitel und zwei FA Cups, war aber vor allem eine der polarisierenden Persönlichkeiten in der damals neu gegründeten Premier League. Nur kam er nie mit dem französischen Fußballverband klar und wurde bei der Nominierung meist nicht berücksichtigt. Für die Weltmeisterschaften 1990 und 1994 qualifizierte sich die Équipe Tricolore nicht. 1998, als Frankreich Weltmeister wurde, hatte Cantona kurz zuvor seine aktive Laufbahn beendet.

Platz 4: Bernd Schuster

Der einzige Deutsche, der bei den drei Topklubs FC Barcelona, Real Madrid und Atlético Madrid unter Vertrag stand. 1980 gewann er mit dem DFB die Europameisterschaft in Italien, Schuster wurde als bester Spieler des Turniers geehrt. Zwei Jahre später nahm Schuster nicht bei der WM teil, da er nicht mit Paul Breitner in einer Mannschaft spielen wollte. Wenig später war seine Karriere in der Nationalmannschaft schon vorbei. Mit 24 Jahren. Er hatte sich mit Bundestrainer Jupp Derwall überworfen und war aus dem Kader gestrichen. Für die WM 1986 wollte Franz Beckenbauer ihn zurück holen. Doch – und das ist einmalig in der Geschichte des Fußballs – Bernds Ehefrau und Beraterin Gaby verlangte 1 Million Euro für die Rückkehr zur Nationalmannschaft. Der DFB lehnte ab.

Platz 3: Bert Trautmann

Als Kriegsgefangener blieb der aus Bremen stammende Torwart in England und wurde bei Manchester City zum besten Keeper seiner Zeit. Legendär sein Einsatz im FA-Cup-Finale 1956, als er trotz gebrochenem Genick spielte. Rasch avancierte er zum Kultspieler, wurde von den Fans schlicht „Bert“ gerufen, von der Presse als „Traut the Kraut“ gefeiert. Letztlich wurde er gar zum ersten deutschen Spieler, der sich „Englands Fußballer des Jahres“ nennen kann, gekürt. Problem für Trautmann: Er wurde nie in die deutsche Nationalmannschaft berufen, da Trainer Sepp Herberger keine Legionäre in seine Auswahl berief.

Platz 2: George Weah

Der Weltfußballer aus Liberia. Einer der gefürchtetsten Stürmer seiner Generation, gewann mit Paris Saint-Germain und dem AC Mailand Meisterschaften. Unter Arsene Wenger gelang Weah bei der AS Monaco der Sprung in die Weltspitze. Seine Herkunft aus dem kleinen westafrikanischen Land bedeutete auch, dass „King George“ nie die Gelegenheit bekam, sein Können auf höchstem Niveau des internationalen Fußballs zu zeigen. Liberia qualifizierte sich nie für eine Weltmeisterschaft. Dafür gewann der heutige Staatspräsident Weah nebst Weltfußballer-Wahl gleich drei Mal den Titel als Afrikas Fußballer des Jahres.

Platz 1: Alfredo Di Stéfano

Der wohl Größte, der nie bei einem Mundial auflief: der in Buenos Aires geborene Di Stefano ist einer der wenigen Spieler, der drei Länder auf internationaler Ebene vertreten hat: Argentinien, Spanien sowie Kolumbien. Der Angreifer, der in den 50er Jahren mit Real Madrid fünf Europapokalsiege in Serie feierte, hat jedoch nie an der Weltmeisterschaft teilgenommen. Argentinien weigerte sich, an den Weltmeisterschaften 1950 und 1954 teilzunehmen. Bei der Weltmeisterschaft 1958 hatte er bereits die spanische Staatsbürgerschaft, aber „La Furia Roja“ konnte sich nicht für die WM in Schweden qualifizieren. Als 1962 endlich seine erste WM bevorstand, musste sich Di Stefano verletzungsbedingt abmelden.