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Unai Emery und der Arsenal FC – das ist seit Freitagvormittag Geschichte. Sieben Spiele in Folge konnte das Team um die Deutschen Mesut Özil und Bernd Leno nicht gewinnen. Die 1:2-Pleite gegen Eintracht Frankfurt in der Europa League brachte das Fass zum Überlaufen. Die Gunners feuerten den Spanier nach nicht einmal anderthalb Jahren Amtszeit.

Im nicht mal halb gefüllten Emirates Stadium waren die „Emery Out“-Schilder der Arsenal-Fans kaum mehr zu übersehen. Schon länger wünscht man sich bei den Gunners einen Trainer, der das hochdekorierte Team zurück in die Erfolgsspur bringt.

Ex-Arsenal-Spieler Freddie Ljungberg übernimmt vorübergehend die Verantwortung für das Duell am Sonntag mit Norwich City an der Carrow Road. Der Schwede äußerte sich am Freitag via Twitter: „Egal, wie lange ich hier nun das Sagen habe, ich werde alles dafür tun, das Lachen in die Gesichter der Spieler zurück zu bringen“.

Der Trainerstuhl bei den Londonern ist gewiss einer der begehrtesten der Welt und so dauerte es nicht lange, bis sich auch die ganz großen Namen der Branche meldeten. Tennis-Legende und Arsenal-Fan Andy Murray hätte José Mourinho „großartig“ als Trainer der Gunners gefunden.

Der Portugiese, der erst kürzlich das Amt beim Erzrivalen Tottenham übernahm, wurde auch sofort gefragt, ob er den Arsenal-Job übernommen hätte, wenn Emery eher entlassen worden wäre. Mou antwortete gewohnt schroff: „Es macht ja gar keinen Sinn. Es ist nicht vor einigen Monaten passiert, sondern er wurde jetzt entlassen. Ich bin hier so glücklich, dass ich mir nicht mal die Möglichkeit vorstelle, einen anderen Verein zu coachen.“

Auch Jürgen Klopp äußerte sich zur Entlassung des Spaniers: „Ich war von den Nachrichten überrascht, aber so ist die Fußballwelt“, sagte der Liverpool-Trainer. „Ich habe keine Insiderinformationen und keine Ahnung, was dort passiert ist, aber der Vorstand war offensichtlich nicht zufrieden mit den Ergebnissen und Leistungen und sie haben eine Entscheidung getroffen. Ich wünsche Unai alles Gute. Er ist ein hervorragender Manager und er hat das in verschiedenen Ländern und verschiedenen Ligen gezeigt. Freddie übernimmt jetzt den Job und vielleicht kann er die Chance nutzen.“

Mikel Arteta, langjähriger Spieler der Gunners und aktuell Co-Trainer bei Manchester City, wurde von britischen Medien ins Gespräch als Emery-Nachfolger gebracht. Pep Guardiola lehnt jedoch jegliche Abwerbeversuche des Spaniers ab: „Er ist im Kader fürs Newcastle-Spiel. Für mich steht Mikel nicht zur Debatte“.

Ex-Arsenal-Spieler Perry Groves schlägt derweil Leicester-Coach Brendan Rogers fürs Traineramt der Gunner vor. „Würde er Leicester verlassen? Natürlich! Leicester ist ein sehr gut geführter Verein, aber keiner der sechs großen Clubs. Ich denke, Rodgers möchte mit einem der großen Clubs etwas beweisen.“ Groves hält auch Wolverhamptons Coach Nuno Espirito Santo und den kürzlich bei den Spurs entlassenen Mauricio Pochettino für geeignet.

Es dürfte spannend werden, wen die Londoner in den nächsten Tagen oder Wochen präsentieren. Nur eines steht wohl schon fest: Eine Rückkehr von Arsène Wenger ist absolut ausgeschlossen.

Die wichtigsten Zahlen von Unai Emerys Amtszeit bei Arsenal:
3 Siege aus 17 Spielen gegen die Top-6-Mannschaften (in sämtlichen Wettbewerben)
55,1 Prozent gewonnene Spiele (Wengers Quote lag bei 57,2 Prozent in 1235 Spielen)
7 Spiele ohne Sieg zwischen Oktober und November 2019, bis zu seiner Entlassung
8 Auswärtssiege in der Premier League mit Arsenal, darunter nur einer in der Saison 2019/20
9 Teenager spielten für Arsenals Profiteam unter Emery
210 Millionen Pfund an Transferausgaben seit der Amtsübernahme Emerys im Sommer 2018